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Das Wehrhahn-Fiasko: Ein teures Erbe für Düsseldorf

Ein Kommentar von Klaus Ingrimm


Der Erwerb des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes am Wehrhahn durch die Stadt Düsseldorf entwickelt sich immer mehr zum Paradebeispiel für verfehlte Kommunalpolitik. Mit der Investition von 132 Millionen Euro hat sich die Stadtspitze unter Oberbürgermeister Stephan Keller in ein Wagnis begeben, das bereits zum Zeitpunkt des Kaufs mit hohen Risiken behaftet war – und das sich nun als ein schwerer Fehler entpuppt.


Zwar hat Keller beim ursprünglichen Plan des Opernneubaus am Wehrhahn mittlerweile die Bremse gezogen, doch das finanzielle Loch ist bereits gerissen: Die Stadt hat nun 9.000 Quadratmeter Fläche „an der Backe“. Statt einer zukunftsorientierten Lösung bleibt ein Objekt, das jetzt nur mit massiven Verlusten abgestoßen werden könnte. Das ist das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, das hier sinnlos in ein Spekulationsobjekt geflossen ist.


Jetzt kommen zur Last am Wehrhahn noch die unvorhersehbaren Millionenbeträge für die dringend notwendige Sanierung der alten Oper am Hofgarten hinzu. Gleichzeitig regt sich heftiger Protest beim Personal, das angesichts der chaotischen Planung völlig zu Recht verunsichert ist.


Es ist an der Zeit, eine unbequeme Wahrheit auszusprechen: Es gibt kein Gesetz, das besagt, dass jede Stadt zwingend ein eigenes Opernhaus in dieser Form unterhalten muss. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Duisburg, Essen, Köln und Wuppertal, existieren bereits exzellente Häuser. Besonders Duisburg verfügt über ein schöneres Opernhaus, und durch die bestehende Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein ist der kulturelle Bedarf längst gedeckt.


Für Stephan Keller und die CDU ist dieses ganze Unterfangen ein massiver Imageknacks. Wer so mit städtischen Finanzen und der kulturellen Identität spielt, darf sich über den Vertrauensverlust nicht wundern. Die Stadt sollte ihre Prioritäten endlich an der Realität ausrichten, statt weiterhin dem schlechten Geld noch mehr gutes Geld hinterherzuwerfen.



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