Zu kurz gedacht

Kommentar. Keine gute Nachricht für die Bürger*innen im Düsseldorfer Osten. Die Stadtspitze lässt Ludenberg, Knittkuhl und Hubbelrath links liegen. Dabei wäre bei der Bebauung der Bergischen Kaserne ein attraktives Konzept für eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr dringend notwendig.


Die Erschließung mit der Stadtbahn wäre die beste Lösung. Technisch machbar, wenn auch teuer. Auch eine Seilbahn, die Ratsherr Hanno Bremer (CDU) als Idee eingebracht hatte, wäre möglich. Doch für eins der beiden Projekte müssten jetzt die nächsten Schritte eingeleitet werden.


Stattdessen möchte Verkehrsdezernent Jochen Kral die Entscheidung auf die lange Bank schieben. Dabei wäre die Entscheidung für die Stadtbahnverlängerung ein großer Wurf für den Umstieg auf den ÖPNV. Allerdings kranken beide Machbarkeitsstudien unter dem Fehler, dass nur die Anbindung bis zur Bergischen Kaserne geprüft wurde. Perspektivisch müsste die Stadtbahn oder eine Seilbahn bis Hubbelrath und zur Autobahn, möglicherweise bis Mettmann verlängert werden. Dies wäre ein Anreiz für Pendler zum Umstieg.


Stattdessen kehrt Kral zur Kirchturmspolitik von Ex-OB Thomas Geisel zurück, der Gespräche mit den Nachbarstädten nicht suchte. Wie wir bei der Flughafen-Ubahn sehen, hat sich das Projekt durch Verschleppung des Baubeginns nachträglich verteuert. Das Gleiche wird im Düsseldorfer Osten drohen, wenn man die Signale für unbestimmte Zeit auf Rot stellt.


Ratsherr Hanno Bremer, der seit Langem für eine Verkehrsberuhigung Ludenbergs kämpft, hat Recht, wenn er mit Hinweis auf dem zusätzlichen Verkehr vom Rotthäuser Weg sagt, dass "uns die Realität einholen wird". Eine Optimierung des Busverkehrs wird da allein auf Dauer nicht reichen.



0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Im August 1982 verschwand die Eisenbahn am Staufenplatz im Tunnel. Der Bürgerverein Düsseldorf-Grafenberg 1903 e.V. hatte fast 80 Jahre für den Tunnel gekämpft. Ein großer städtebaulicher Wurf für Gra