Entschlammung des Ostparkweihers: Das plant das Gartenamt
Grafenberg. Der Ostparkweiher ist für viele Menschen in Grafenberg mehr als ein Gewässer im Park. Er ist Blickpunkt beim Spaziergang, Lebensraum für Tiere und ein Stück Stadtgrün, das man erst richtig vermisst, wenn es kippt. Genau darum sorgt die geplante Entschlammung für Aufmerksamkeit.
Beim politischen Markttag am Rondell in Grafenberg erläuterte das Gartenamt die Maßnahme und beantwortete Fragen aus dem Stadtteil. Im Kern geht es um ein typisches Problem älterer Parkweiher: Am Grund sammelt sich über Jahre Schlamm. Laub, Äste, abgestorbene Wasserpflanzen und feine Sedimente sinken ab. Wird diese Schicht zu mächtig, leidet die Wasserqualität. Im schlimmsten Fall fehlt dem Gewässer Sauerstoff, Gerüche nehmen zu, und der Lebensraum für Fische, Amphibien, Insekten und Wasservögel gerät unter Druck.
Die Entschlammung soll den Ostparkweiher stabilisieren. Sie ist kein kosmetischer Eingriff, sondern eine Pflegemaßnahme, die den Weiher langfristig erhalten soll. Derzeit ist das Gewässer stark beeinträchtigt: Eine durchschnittlich 30 Zentimeter dicke Schlammschicht bedeckt den Grund, während ausreichend tiefe Wasserbereiche fehlen. Fällt der Grundwasserstand in heißen Sommern, fehlen Fischen und Amphibien überlebenswichtige Rückzugsräume. Die Entschlammung des Ostparkweihers setzt genau an diesem Punkt an. Sie soll die angesammelten Sedimente entfernen oder deutlich reduzieren, damit das Gewässer wieder mehr Tiefe und Stabilität bekommt.
Durch das Projekt wird im Zentrum des Weihers ein tieferer Bereich geschaffen, dessen Sohle rund einen Meter unter dem bisherigen Niveau liegt. Ergänzt durch naturnahe Flachufer und Anpflanzungen schafft die Stadt damit nachhaltige Lebensräume für bedrohte Arten wie die Armleuchteralge, die Große Teichmuschel, den Bitterling, die Schleie und den Hecht.
Was das Gartenamt beim Markttag erläuterte
Der politische Markttag am Rondell bot einen passenden Rahmen, um die Maßnahme direkt im Stadtteil zu erklären. Solche Termine sind wichtig, weil technische Begriffe wie „Entschlammung“ schnell nach Großbaustelle klingen. Für Anwohnerinnen und Anwohner zählen aber sehr konkrete Fragen: Wird der Park gesperrt? Was passiert mit den Tieren? Wie lange dauert die Arbeit? Und warum muss das überhaupt sein?
Nach der Darstellung des Gartenamts geht es um eine fachlich vorbereitete Gewässerpflege. Vor einer Entschlammung werden in der Regel Zustand, Umfang und Randbedingungen geprüft. Dazu gehören der Schlamm am Gewässergrund, die Zugänglichkeit der Ufer, mögliche Schutzzeiten für Tiere und die Frage, wie Material entnommen, zwischengelagert und abtransportiert werden kann.

Die Entschlammung erfolgt per Boot und Amphibienfahrzeug. Der Schlamm wird über eine schwimmende Leitung abgepumpt, außerhalb des Weihers mechanisch entwässert und abtransportiert. Die Terminierung der Hauptarbeiten von Oktober bis Januar 2027 schont die Tierwelt, da diese in den Wintermonaten im oder am Gewässer kaum aktiv ist. Der rückbau der Baustelle erfolgt dann bis März 2027.
Während der Hauptphase müssen die gewässernahen Parkbereiche westlich der zentralen Wiese sowie die Baustellenzufahrt von der Zweibrückenstraße aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Alle übrigen Bereiche des Ostparks bleiben für Spaziergänger und Erholungssuchende weiterhin uneingeschränkt zugänglich.
Finanzierung und Förderung
Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf voraussichtlich 1,51 Millionen Euro. Der Bund unterstützt das Projekt für biologische Vielfalt und Klimaanpassung maßgeblich: Über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz – ländlicher Raum“ (ANK-LK) werden 942.574 Euro an Fördergeldern bereitgestellt.
Für die Stadtpflege ist die Entschlammung ein typisches Beispiel dafür, wie unsichtbare Wartung öffentlichen Raum erhält. Man sieht oft erst den Eingriff, nicht die Jahre davor, in denen sich Sediment angesammelt hat. Doch Parks funktionieren nicht von allein. Wege, Wiesen, Bäume, Spielplätze und Gewässer brauchen Pflege, Kontrolle und manchmal größere Arbeiten.
Für Grafenberg bedeutet die Maßnahme vor allem eines: Der Ostparkweiher soll als offenes, erlebbares Gewässer erhalten bleiben. Wer die Arbeiten nur als kurzfristige Störung betrachtet, sieht nur einen Teil des Bildes. Der größere Zusammenhang ist die langfristige Sicherung eines wichtigen Ortes im Stadtteil.
Die Entschlammung wird den Weiher nicht vor jeder künftigen Belastung schützen. Laub wird weiter fallen, Sediment wird sich wieder bilden, und Stadtgewässer bleiben empfindlich. Aber sie kann dem Gewässer neuen Spielraum geben. Genau darin liegt der Wert der Maßnahme.
Der politische Markttag am Rondell hat gezeigt, dass solche Projekte Erklärung brauchen. Wenn Fachverwaltung und Stadtteil miteinander ins Gespräch kommen, wird aus einer technischen Maßnahme ein nachvollziehbarer Schritt für den Erhalt des Parks. Der Ostparkweiher bleibt damit nicht nur ein Thema für Akten und Arbeitspläne, sondern ein gemeinsamer Ort, um den sich Grafenberg kümmert.

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