Ein historisches Kleinod erwacht zu neuem Glanz
(Ludenberg) Am Fuß des Grafenberger Waldes verbirgt sich ein bedeutendes Zeugnis der Düsseldorfer Stadt- und Gartengeschichte: der Jan-Wellem-Brunnen. Ursprünglich 1702 eingefasst, um das begehrte Quellwasser an den Hof Kurfürst Johann Wilhelms („Jan Wellem“) am Rhein zu transportieren, entwickelte sich die Anlage später unter dem Architekten Adolph von Vagedes und dem Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe zu einem zentralen Ort der Düsseldorfer Park- und Bürgerkultur. Nachdem das Denkmal im 20. Jahrhundert verfiel und in Vergessenheit geriet, hat sich der Förderkreis Jan-Wellem-Brunnen e. V. gemeinsam mit engagierten Bürgern der Rettung des Bauwerks verschrieben.
Der Zahn der Zeit und der Sanierungsbedarf
Witterungseinflüsse, Feuchtigkeit und Algenbewuchs hatten dem klassizistischen Brunnenensemble schwer zugesetzt. Wasser fraß sich über Jahre in die Mauern, ließ die Oberkanten der Rückwand bröckeln und verfärbte die helle Fassade dunkel. Um den langfristigen Verfall zu stoppen und den Ort wieder in alter Schönheit strahlen zu lassen, hat der Förderkreis in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Düsseldorf und dem Landesamt für Denkmalpflege ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet.
Das Sanierungskonzept in vier Schritten
Die Instandsetzung gliedert sich in vier wesentliche Gewerke, um die Bausubstanz nachhaltig zu sichern und künftige Wartungsarbeiten zu erleichtern:
Instandsetzung des Brunnenbeckens: Die Ummauerung des Beckens wird saniert und die Niveaustufe angepasst. Ein integrierter Wasserablauf erleichtert künftig die regelmäßige Reinigung der Anlage.
Aufarbeitung der Brunnenstube: Die historische Brunnenstube wird gründlich gereinigt, wobei Teile der originalen Ziegelmauerung wieder sichtbar gemacht werden.
Reinigung und Rekonstruktion der Rückwand: Die durch Witterungseinflüsse geschwärzte Rückwand wird gereinigt und die schadhafte Oberkante fachgerecht wiederhergestellt.
Schutz durch Metallabdeckung: Eine angepasste Metallabdeckung auf der Oberkante leitet Regenwasser künftig gezielt in den dahinterliegenden Waldbereich ab, um erneuten Wasserschäden vorzubeugen.
Finanzierung durch bürgerschaftliches Engagement
Das Gesamtprojekt ist mit einem Kostenvolumen von rund 70.000 Euro veranschlagt. Da der Förderkreis diese Summe nicht allein aus Mitgliedsbeiträgen stemmen konnte, finanziert sich die Sanierung durch ein Bündnis verschiedener Förderer:
Land Nordrhein-Westfalen (Bezirksregierung): ca. 49 % Förderanteil
Deutsche Stiftung Denkmalschutz: ca. 20 %
Van Meeteren Stiftung: ca. 20 % (übernimmt gezielt die Kosten der Beckensanierung)
Stadtsparkasse Düsseldorf, Förderkreis & Eigentümer (Seniorenresidenz): Verbleibender Restanteil

Ausblick: Ein Ort für Kultur und Begegnung
Mit den ersten Reinigungs- und Konservierungsarbeiten schlägt der Förderkreis das nächste Kapitel in der Geschichte des Denkmals auf. Ziel der Maßnahme ist es nicht nur, die historische Bausubstanz zu sichern, sondern das Areal am Staufenplatz auch künftig als stimmungsvollen Ort für kleine kulturelle Veranstaltungen und Konzerte im Düsseldorfer Osten zu nutzen.


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